Unsere meßtechnischen Dienstleistungen
1. Luftdichtheitsmessungen nach DIN 4108/7
2. Strömungsmessungen an Lüftungsanlagen 
3. Infrarot-Thermographien 
 

1. Luftdichtheitsmessungen

Dienstleistungsangebot

Das Niedrig-Energie-Institut bietet Messungen der Luftdichtheit von Gebäuden oder Gebäudeteilen nach dem in DIN EN 13829 beschriebenen Messverfahren zum Zweck der Ermittlung von Luftun-dichtheiten oder als Abnahmemessungen nach EnEV bzw. DIN 4108 Teil 7 wie folgt an: (Download Standardangebot):
 

1.1 Reine Messung 

Aufmaß, Messung, Kurzbegehung und Kurzbericht mit normgerechtem Mindestprotokoll und stichwortartiger Auflistung der ermittelten Leckagen
 
- bei Meßobjekt bis 250 m² Wohn/Nutzfläche für    225,- € (189,08 €)
- bei Meßobjekt mit 251-1.000 m² Wohn-Nutzfläche für    300,- € (252,10 €)
- bei Meßobjekt mit 1.001 - 5.000 m² Wohn/Nutzfläche für    430,- € (361,34 €)

1.2 Mehraufwand für Leckagesuche (evtl. Nebeltest) 

Für ausführliche Leckagesuche oder erneute Messung nach bauseitiger Zwischenabdichtung als Zusatzleistung zu Pos. 1 nur bei Bedarf; entsprechend zusätzlichem Arbeitsaufwand.

Wenn Leckagen mit sensorischer Ortung nicht auffindbar sind und versteckte Luftströmungswege ermittelt werden sollen, können wir Kunstnebel ins gebäude einblasen und mit Überdruck im Gebäude durch solche Leckagen hinausdrücken. An den äußeren nebelaustrittsstellen kann man dann die Lage versteckter leckagen erkennen. Ob solche Diagnostechnik nötig ist, kann oft erst vor Ort festgestellt werden. Um erneute Anfahrt zum Meßobjekt zu vermeiden, bringen wir die Ausrüstung auf Anfrage gern kostenlos mit. 
=> Nebeltest-Beispiele
 
- je Stunde                                                77,35 € (65,- €)

1.3 Mehraufwand für ausführliche Mängelanalyse 

Als Zusatzleistung zu Pos.1 ausführliche, auch fotografische Dokumentation der beobachteten Mängel mit Mängelanalyse incl. schriftlichen Empfehlungen zur Mängelbeseitigung
 
- bei Meßobjekt bis 250 m² Wohn/Nutzfläche für    + 250,- € (210,08 €)
- bei Meßobjekt mit 251-1.000 m² Wohn-Nutzfläche für    + 360,- € (302,52 €)
- bei Meßobjekt mit 1.001 - 5.000 m² Wohn/Nutzfläche für    + 620,- € (521,01 €)

1.4 Fahrtkosten
 
- je Kilometer inkl. Honorar                     1,55 € (1,30 €)

 

Alle Preise enthalten 19 % MwSt. (In Klammern Preise exklusive MwSt.)

Diese Angebote basieren auf der Voraussetzung, dass das Gebäude messfertig vorbereitet ist. Die erforderlichen Vorbereitungen sind im hier downloadbaren Standard-Angebot unter "Voraussetzungen zur Durchführung von Luftdichtheitsmessungen" genannt. Stellt sich vor Ort beim Messen heraus, dass erst noch provisori-sche Abdichtungen vorgenommen werden müssen, wird dieser Aufwand gesondert mit 65,- € pro Stunde zzgl. MwSt. berechnet.
 

Für Messungen an sehr großen Objekten mit speziellen Geräten empehlen wir spezielle Dienstleister

Wir begleiten solche Messung ggf. gern mit unserer bauphysikalischen Kompetenz. 

Fotos: Fa.Jack, Lemgo
 

Gesetzliche Vorgaben 
Wohngebäude müssen nach geltendem Baurecht entsprechend dem Stand der Technik wirksam und dauerhaft gegen Luft-Undichtigkeiten abgedichtet werden. Damit soll unkontrollierten Wärmeverlusten und Bauschäden vorgebeugt werden. Die für heutige Neubauten maßgebliche Vorgabe für die Luftdichtheit nennt die DIN V 4108 Teil 7. Die Meßmethode ist in DIN EN 13829 beschrieben (früher ISO 9972).

Die Luftdichtheits-Messung erfolgt mit einem hochpräzisen Ventilatoren, der im Gebäude wahlweise Über- oder Unterdruck erzeugt und zugleich mißt, wieviel Luft er permanent abpumpen oder zuführen muß, um eine Druckdifferenz von 50 Pascal zwischen innen und außen aufrechtzuerhalten. Dieser Ventilator-Luftstrom ist identisch mit dem durch Gebäudeundichtigkeiten nachströmenden Leckage-Luftstrom. Meßgröße der Luftdichtheit ist die durch die Undichtigkeiten bewirkte Luftwechselrate, also das Verhältnis des  Leckageluftstroms pro Stunde (in m³/h) zum Innenvolumen eines Gebäudes (in m³).  DIN 4108 Teil 7 nennt als Grenzwerte 
- für Gebäude ohne Lüftungsanlage: n(50) < 3,0  /h  (max. dreifacher Luftwechsel/Stunde)
- für Gebäude mit  Lüftungsanlage: n(50) < 1,5  /h  (max. eineinhalbfacher Luftwechsel/Stunde)

Nach Vorgabe des Passivhaus Institutes gilt unabhängig von DIN 4108 Teil 7 als Grenzwert 
- für Passivhäuser: n(50) < 0,6 /h

Ein Wert von n(50) = 1 /h , also ein einfacher Luftwechsel pro Stunde bei 50 Pascal Druckdifferenz bedeutet,  daß in einem Gebäude mit z.B. 100 m² Wohnfläche und 2,5 m mittlerer Raumhöhe, also 250 m³ Luftvolumen, unter Messbedingungen pro Stunde 250 m³ Luft durch undichte Fugen und Ritzen nachströmen.

Wie wird eine Luftdichtheitsmessung durchgeführt 
Im Haus werden Türen und Fenster verschlossen. Außenluftöffnungen von Lüftungsanlagen und Dunstabzugshauben werden zugeklebt. In eine geeignet große Gebäude-Öffnung wird ein großes Meßgebläse eingebaut (siehe Bild). Das Meßgebläse erzeugt nacheinander Unterdruck und Überdruck im Haus und mißt währenddessen, wieviel Luft es hinaus- bzw. hereinfördern muß, um die Druckdifferenz konstant zu halten. Das Maß der Undichtheit, der beschreibt, ein Wievielfaches des Innenvolumens stündlich bei 50 Pascal Druckdifferenz durch bauliche Undichtheiten nachströmt. Bei Neubauten ohne Lüftungsanlage darf es nach DIN 4108/7 nicht mehr als das Dreifache des Innenvolumens pro Stunde sein, bei Gebäuden mit Lüftungsanlage nicht mehr als das Eineinhalbfache des Innenvolumens pro Stunde. Die Messung dauert bei einem EFH incl.. dem vorherigem Aufmaß des Innenvolumens ca. zwei Stunden.

Weiterführende Literatur
"Wärmeschutz im Hochbau. Teil 7: Luftdichtheit von Bauteilen und Anschlüssen. Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie -Beispiele. DIN-V 4108-7". Hrsg.: Beuth-Verlag, Berlin; ca 23 Euro. Diese Norm beschreibt die baurechtlich als Regel der Technik für alle Neubauten eingeführte Luftdichtheits-Anforderungen und enthält Detailvorschläge zur Ausführung.

"Luftdichtheit von Gebäuden - Schnittstellen zur Qualitätssicherung" Hrsg.: Landesgewerbeamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2003, 20 Seiten. Gute rechtliche und fachliche Einführung in Erfordernisse der Luftdichtheit mit Kapiteln zu typischen Schwachpunkten an einzelnen Bauteilen. Für 5 Euro incl. Versandkosten zu beziehen bei der Architektenkammer Baden-Württemberg, Danneckerstr.54, 70182 Stuttgart (Kurztitel: G3 Broschüre Luftdichtheit).

Luftdichtheit der Gebäudehülle - Probleme und Lösungen" Autoren: T. Bolender und W. Eicke-Hennig; Hrsg.:Impuls-Programm Hessen, 46 Seiten, ca 18 Euro, Best-Nr. 91030098. Ausführliche Darstellung d. Bedeutung von Luftdichtheit; Planungsablauf, Messung und Vorschriften. Ausführliche Beispiele, Fotos + Skizzen.

"Luftdichte Gebäudehülle - Qualitätssicherung durch Blower-Door Messung" Broschüre der Energieagentur NRW, 8 Seiten. Kurze Einführung in das Thema der Luftdichtheit und den Nutzen einer Blower-Door-Messung. Kostenloser Download als PDF-Datei von www.ea-nrw.de  bei /Service  /Broschüren unter dem Stichwort "Luftdichtheit".

“Luftdichtheit von Gebäuden" Autoren: Jochen Zeller, Sigrid Dorschky, Robert Borsch-Laaks und Wolfgang Feist; Hrsg.: IWU, Darmstadt; 221 Seiten, ca 16 Euro. Ausführliche Einführung in Theorie der Luftdurchströmung von Gebäuden, Lüftungskonzepte für Gebäude, Bedeutung der Luftdichtheit, internationale Normen und Empfehlungen, Meßverfahren, bisherige Meßergebnisse, typische Undichtigkeitsprobleme und konstruktive Detaillösungen.

Produkthinweise (Auszug):
Zu luftdichtem Fenstereinbau:  www.illbruck.de 
Zur Abdichtung von Kabel- und Rohrdurchführungen: www.eisedicht.de
Zu Baupappen und deren Verarbeitung: www.proclima.de
Zu Klebebändern für PE-Folien u.a.: www.ampack.de, www.siga.de, www.kloeber.de,  www.isover.de
Zu Luftdichtheits-Messgeräen:  www.blowerdoor.de

 

2. Strömungsmessungen an Lüftungsanlagen

Das Detmolder Niedrig-Energie-Institut bietet Messungen der tatsächlichen raumweisen oder gebäudeweisen Luftdurchsätze von Wohnungslüftungsanlagen an. Solche Messungen können der Einregulierung und Funktionskontrolle eingebauter Lüftungsanlagen dienen. Als Meßgeräte werden kalibrierte Kombinationen aus hochpräzisen Flügelradanaemometern und Aufstülptrichtern für Zu- oder Abluftventile eingesetzt. Die Messungen sind aber auch an zentralen Frischlufteinlässen oder Fortluftauslässen möglich. Die einzelnen Meßwerte sowie die daraus ermittelten Summenwerte für Zuluft und Abluft werden in einer speziellen Software mit den SOLL-Werten der einzelnen Räume, Wohnungen oder Gebäude im Tag- oder Nachbetrieb verglichen.

Kosten
Die Kosten für solche Messungen hängen von der Objektgröße, der Zahl der Meßpunkte  und ggf. vom Aufwand der Einregulierung ab. Eine einfache Messung in einem EFH mit bis zu 10 Meßstellen an zugänglichen Zu- oder Abluftventilen in zwei Durchgängen (wie vorgefunden + nachreguliert) mit Kurzprotokoll jedoch ohne umfangreiche Auswertung kostet etwa 200 Euro zzgl. Fahrtkosten und MwSt., kompliziertere Vermessungen werden nach Aufwand abgerechnet, wobei der Stundensatz 65 Euro/h zzgl. MwSt. ist.

Voraussetzungen für die Durchführung von Strömungsmessungen
Die Funktion von Lüftungsanlagen kann je nach Anlagenkonfiguration vom Winddruck und von thermischen Auftriebskräften innerhalb von Gebäuden beeinflußt werden. Insbesondere bei der Messung reiner Abluftanlagen mit Zuluftöffnungen an Außenwänden ist daher Windstille wichtig. Ob der Einfluß thermischer Auftriebskräfte innerhalb von Gebäuden einbezogen oder eliminiert werden soll, hängt von der Fragestellung der Untersuchung ab. Soll die Funktion einer Lüftungsanlage bei wintertypischen Randbedingungen ermittelt werden, sollte die Messung bei einer entsprechenden Differenz von Innen- zu Außentemperatur erfolgen, sollen die Auftriebskräfte dagegen eliminiert werden, sollte die Messung bei annähernd gleichen Innen- und Außentemperaturen erfolgen.

Unsere Erfahrungen
Das NEI hat 1998-2000 eine große Felduntersuchung über die tatsächliche Funktion eingebauter Lüftungsanlagen in 43 Wohneinheiten in Niedrigenergie-Häusern erarbeitet. Der Forschungsbericht ist hier downloadbar. (ca. 9 MB). 
 

3. Infrarot-Thermographien 

Das Detmolder Niedrig-Energie-Institut bietet Infrarot-Thermographien von Gebäuden als Außen- oder Innenthermographie sowie auch Unterdruck-Thermographien an. Damit können Schwachstellen und Mängel der wärmedämmenden Gebäudehülle sowie Luftleckagen und Kaltluftströmungen an großen Flächen und innerhalb von Räumen lokalisiert werden.

Kosten
Der Einsatztag mit Infrarotkamera kostet etwa 1.000 Euro zzgl. Fahrtkosten und MWSt.

Voraussetzungen für Infrarot-Thermographien
Voraussetzung für Außen- und Innenthermographien sind ausreichend große und langanhaltende Differenzen zwischen Außen- und Innentemperatur. Die Messungen sollten an sonnenbeschienenen Fassaden vor Sonnenaufgang erfolgen, um Störeinflüsse zu minimieren. Bei massiven Gebäuden sollte der Messung eine längere Phase gleichmäßiger Beheizung der Innenräume vorangehen, sodaß die Effekte unterschiedlicher Beheizung oder Belüftung von Räumen und die davon unabhängigen Effekte unterschiedlich starker Wärmeströme durch Bauteile voneinander unterschieden werden können.
Vor der Beauftragung mit einer Infrarot-Thermographie ist es in der Regel sinnvoll, zu erörtern, ob die zu klärenden Fragen an einem Bauwerk nicht leichter und evtl. sogar zuverlässiger mit anderen Untersuchungsmethoden geklärt werden können.