==> Neu:  Kurzbericht über die Verschmutzung der Lüftungsanlage in unsrem Büro nach 5 Jahren
 
 

Frühjahrsputz 2005 meiner Lüftungsanlage
(=> Passivhaus Lüftung Hygiene Frühjahrsputz Filter Luftkanal Reinigung Erdwärmetauscher)

Fachsimpelei über einen hauswirtschaftlichen Sonntagvormittag

von Klaus Michael aus Detmold
 
 

Hallo,

ich bewohne seit über 7 Jahren ein Passivhaus mit Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Da Luft mein wichtigstes Lebensmittel ist, kümmere ich mich gelegentlich um deren Sauberkeit.
Vom diesjährigen "Frühjahrsputz" habe ich Fotos gemacht.
Diese zeige ich nachfolgend kommentiere sie. 
Es gab nämlich auch Überraschungen.
 

Das erste Bild zeigt die Gartenansicht meines kleinen Passivhauses. Rechts ist der Schuppen angebaut. 
Die Frischluftansaugung der Lüftungsanlage erfolgt vom Garten her in den Schuppen. 
Das Ansauggitter ist in der Außenwand des Schuppens regengeschützt unter dem Dachüberstand montiert.
Auf diesem Bild ist es hinter dem Apfelbaum versteckt.

Das nächste Bild zeigt das Ansauggitter an der Schuppenrückwand. 

Das nächste Bild zeigt die Spinnweben, die sich dort seit etwa drei Jahren angesammelt hatten.

Wenn man mit der Lampe von hinten druch das Rohr leuchtet, sieht man noch mehr Staub.

Bevor ich Saubermachen anfing, schaute ich aber erst noch in den Filterkasten, der im Schuppen hängt.

....nehme den Deckel ab, ziehe den Filter heraus (der ist nach einem Jahr wieder mal fällig) und fotografierte nach oben 
in die vom Außengitter her kommende Ansaugleitung.

Oh Graus ! Viele alte Spinnwebennetze. Da habe ich wohl die vorigen male beim Filterwechsel gar nicht hinaufgeschaut.
Nun ein Blick nach unten in die Leitung hinter dem Filter zur Lüftungsanlage:

Na immerhin. Da sieht ja alles ganz sauber aus. Die jährlichen Filterwechsel waren wohl ok.

Also nun Putzzeug holen. 
- einen Handfeger für die Spinnweben, 
- heißes Spüliwasser und ein Schwammtuch
- und einen Schraubenzieher für das Ansauggitter.
(schließlich ist Sonntag und die Sonne scheint im Garten)

Zuerst wird das Ansauggitter abgeschraubt und so weit man von oben hineinkommt das Rohr ausgewischt. 

Danach sieht es auch hier wieder so aus aus, wie vorhin das andere Rohr hinter dem Filter.
(Merke: künftig jedesmal beim Filterwechsel auch hier sauber machen!!)

Dann kommen die vom Filterkasten aus zugänglichen Rohrabschnitte dran:

Das erste Stück hinter dem Filter bis zum Frischlufttemperaturfühler auf dem nächsten Bild sieht aber ohnehin sehr manierlich aus. 
Der Lappen wird gar nicht gräulich. Ich hätte mir das Wischen sparen können.

Aber als ich vorsichtshalber mit der Digicam um die Ecke fotografiere, um nachzusehen, ob nicht doch irgendwo
eine tote Maus liegt, stutze ich allerdings:

Das gute Blechwickelfalzrohr hat wohl Masern ? Lauter kleine Rostpöpsel  auf dem ersten Rohrstück hinter dem Bogen.
Also Bogen abgeschraubt und von nahem angesehen:

 Tatsache, der erste Rohrmeter hat vollflächig leichten Rostanflug. Das Stück davor nicht und auch das dahinter nicht. Bei genauer Betrachtung mehrke ich, dass die Rohre von verschiedenem Hersteller stammen; sie habe eine leicht unterschiedliche Verzinkung. Das angerostete hat eine scheckige Verzinkung, die nicht angerosteten haben eine fast gleichmäßig silberne Verzinkung. Woher ich die Rohre vor 7 Jahren hatte, weiß ich allerings nicht mehr. Falls sich irgend ein Leser mit den Zinkqualitäten auf Blechwickelfalzrohren auskennt, möge er mich schlau machen. Ode sollte man Außenluftleitungen doch besser aus Edelstahl oder Kunststoff wählen ? Hinter diesem Masern-Stück geht es zum Glück masernfrei weiter (nächstes Bild). Nur die abgesägte Rohrendkante rostet geringfügig.

Zum Glück habe ich meine Anlage damals so zusammen gebaut, dass ich an alle Anschlüsse leicht herankomme. An den Stellen, an denen ich für Inspektionen mal ein Zwischenstück leicht herausnehmen können will, habe ich Überstülp-Verbinder eingebaut (damals von Fresh, heute von Aerex), die man mit einem Inbus-Schlüssel in wenigen Sekunden geöffnet hat und wegschieben kann. Das lohnt sich jetzt. Und ich habe auch keine Rohre mit selbstschneidenden Stahlschrauben verbunden, was manche Monteure gern machen. Die nach innen ragenden scharfkantigen Schraubenspitzen sind nämlich sehr geführlich, wenn man das Rohr sauber machen will oder gar einmal mit der Motorbürste durch geht. Damit habe ich einmal sehr schlechte Erfahrungen gemacht und mußte meinen Autoverbandskasten plündern.

Die ausgebauten Teile mache ich jetzt eben noch sauber

und dann kommt der neue Filter in den Filterkasten. Zum Vergleich mal den alten (nach einem Jahr) und den Neuen. Ich wohne in einer Gegend mit sauberer Luft. 
Vermutlich könnte man den alten auch noch etwas drin lassen. Vom Strömungswiderstand her ist er nöch wie der Neue. Aber hier investiere ich heute 12 Euro in die Ästhetik.

Nun it der Neuen im Kasten und ich darf das Nachbestellen nicht vergessen.

Für alle Fälle (man ist ja vergesslich) trage ich den Fitlerwechsel in die Liste auf dem Kasten ein:

Nun interessiert mich aber doch, ob auch die Ventilatoren und die Zu- und Abluftleitungen im Haus der reinigenden Zuwendung bedürfen.

Meine Lüftungsanlage ist modular aufgebaut, also nicht alles in einer großen Kiste, sondern Tauscher separat (das ist die längliche weiße Kiste auf dem nächsten Bild) und die beiden Ventilatoren in einzelnen Gehäusen. Also ab in den Technikraum unter der Treppe:

Der erste Blick geht in den aufgeklappten Abluftventilator. Da ich keine Abluftfilter habe (vielleicht sollte ich sie doch nachrüsten), ist er etwas eingestaubt. Es ist aber nur relativ wenig Staub und es können noch lange keine Unwuchten auftreten. Ich klappe ihn auch etwa zweimal im Jahr auf und sauge ihn mit dem Staubsauger ab. Immerhin läuft das gute EBM-Teil inzwischen sieben Jahre nonstop. Das sind über 60.000 Betriebsstunden, beim PKW bei 100 km/h wären es über 6 Mio km Fahrleistung.

Dann klappe ich den Zukuftventilator auf. Oh wie fein. Alles ist blitzblank. Kein Krümel Staub zu sehen nach sieben Jahren. Hier mußte ich auch noch nie staubsaugen. Danke liebe Filter ! 

Der Staubanfall im Abluftkanal gibt mir aber doch zu denken. Wieviel Staub wohl im Wärmetauscherauch inzwischen ist und ob der vielleicht mal verstopft ?
Um dies zu klären, fotografiere ich mit der Digicam vom Ventilatorgehäuse durch das geade Rohr in den Wärmetauscher hinein in die Richtung, in die auch die Abluft strömt: 

Man sieht vorne meinen Abluft-Temperaturfühler, das staubige Rohr und die Staubablagerung auf den Vorderkanten der Tauscherrippen (es ist ein Alutauscher von Temovex, kein Kunststofftauscher, wie ihn heute viele Hersteller haben, daher auch die größeren Lamellenabstände von etwa 1 cm). 
Von Verstopfung kann aber keine Rede sein. Ich halte also den Staubsauger hinein und sauge den Staub weg. Mehr ist nicht nötig, Wenn es mal nötig wäre, könnte ich durch diesen robusten Tauscher auch mal mit dem Dampfstrahler durch blasen und müßte nur aufpassen, dass mir die hinten hinaus laufende Soße nicht den ganzen Abstellraum flutet.

Nun die Kanalnetze inspizieren. Abluftleitungen gibt es bei mir von der Küche und vom Bad ausgehend. Die Absaugung in der Küche ist links oberhalb der Küchenzeile, wegen begrenztem Weitwinkel der Digicam nicht ideal zu fotografieren, aber erkennbar:

Nach dem Aufdrehen des Ventiltellers sieht man direkt hinter dem Ventilspalt des emaillierten Metallventils eine kleine Staubansammlung, die sich leicht wegwischen läßt:

Die lange waagerecht liegende Abluftleitung oberhalb meiner Küchenzeile hat durchgehend eine 1-2 mm dicke Staubschicht. Da hier durch ein DN-125 Rohr nur 30 cbm/h Abluft strömen (ich wohne allein in dem Haus), strömt die Luft so langsam, dass sich der Staub gut im Rohr ablagern kann und nicht weggepustet wird.

Um ihn leicht sauber machen zu können, habe ich auch diesen Strang ganz geradlinig und das Ventil genau an das Ende gebaut. Ihc komme dher problemlos von vorne bis hinten durch zum Saubermachen. Also einmal den gesamten Staubsaugerschlauch samt Rohr hineingeschoben und weg ist der Großteil des Staubes. Mit einer Klobürste am Stil (Rückzugseil nicht vergessen) könnte man noch mehr Staub entfernen, aber das scheint mit nicht nötig. Auch auf das feucht Auswischen verzichte ich, es ist ja nur die Abluftleitung. 

Dann gehe ich ins Bad im OG. Hier ist das Abluftventil links neben dem Klospülkasten ("quellnah") in der Vorwandinstallation. Die Leitung geht mit einem 90°-Bogen nach unten direkt in den senkrecht stehenden Schalldämpfer und mündet dann im EG in die Küchenabluftleitung. 

Auch hier sind geringe Staubablagerungen am Ventilrand ... 

und (nach Ausbau des ganzen Ventils) am anschließenden 90°-Rohrbogen...

und dann deutlich dickere an der rauen Oberfläche des senkrecht eingebauten Schalldämpfers

Hygienisch ist das aber m.E. alles unkritisch auf der Abluftseite. Also kurz Staubsauger hinein mit Bürstenvorsatz (diesen möglichst beim Herausziehen nicht ins Rohr fallen lassen) und wieder zusammengebaut.

Nun will ich aber doch noch einen Blick in meine eigentliche Frischluftquellen werfen, also in die Zuluftleitungen. Zum Beispiel in die ins Wohnzimmer führende Leitung, durch die seit 7 Jahren immerhin 1.839.600.000 Liter Frischluft geströmt sind (7 Jahre * 365 Tage * 24 Stunden * 30 cbm/h * 1000 Liter/cbm). Und zwar aus Geräuschgründen mit ganz ganz langsamer Strömungsgeschwindigkeit (DN 125 für 30 cbm/h). Wieviel Staub hat diese Luftmenge wohl im diesem Rohr hinterlassen, das ich nch nie inspiziert habe. Und wieviel Staub liegt wohl in dem an der Oberfläche rauen Endschalldämpfer direkt vor dem Raumauslass ?

Ich gehe also ins Wohnzimmer, in das die Zuluft durch ein Deckenventil links oberhalb der Terassentür einströmt.

das von Nahem so aussieht (ein offenes Rohrende)

und wenn man hineinsieht, so:

Hier ist erst mal alles blank und jetzt kommt der spannende Moment. Ich halte die Digicam in das Loch, lasse sie um die Ecke schauen und fotografiere in den Endschalldämpfer hinein:

Glanzvoll sauber wie am ersten Tag. So soll es sein !
 

Also nochmal vielen Dank an die Filter, dass sie mir sogar das seit sieben Jahren vergessene Saubermachen des ersten Ansaugrohrstücks weggefiltert haben. 

Ihnen als Leser wünsche ich, dass Ihre Anlage genauso gut läuft wie meine, und genauso sauber ist.
Falls Sie erst am Planen sind, beherzigen sie die wichtigsten Grundregeln:

Wer langfristig Hygiene will, sollte
- nur glattwandige Rohre (kein Aluflex, keine Kunststoffspiralrohre) verwenden
- das Kanalnetz so bauen, dass es kurz, geradlinig, inspizierbar und reingungsfähig ist. Man muss also vor allem an alle Zuluftleitungsabschnitte herankommen.
- einen guten Frischluftfilter ganz am Anfang der Strecke einbauen und regelmäßig inspizieren bzw. erneuern
- auch das kleine Strangstück vor dem ersten Filter regelmäßig reinigen

Weitere Auslegungshinweise für Lüftungsanlagen enthalten die Güte- und Prüfbestimmungen der RAL-Gütegemeimschaft Niedrigenergie-Häuser e.V., die man hier downloaden kann.

Man kann sich natürlich gleich die Lüftungsanlage oder das ganze Passivhaus von uns planen lassen. Mehr dazu hier.