Was ist ein Niedrigenergie-Haus ? Der Begriff "Niedrigenergie-Haus" ist weder durch den Gesetzgeber noch durch Normung definiert. Daher gibt es verschiedene gängige Definitionen. Die umfassendste und präziseste NEH-Definition ist die der Gütegemeinschaft Niedrigenergie-Häuser e.V.. Ihre Anforderungen sind in den sog. "Güte- und Prüfbestimmungen" formuliert. Häuser, die diese Anforderungen erfüllen, können das RAL-Gütezeichen Niedrigenergie-Bauweise erhalten. Gefordert wird u.a., daß die Wärmeverluste der Gebäudehülle (H'T nach EnEV) wenigstens 30 % niedriger sind, als es die Energie-Einsparverordnung für Neubauten zuläßt. Daneben sind Wärmebrücken anhand präziser technischer Kennwerte zu minimieren. Eine hohe Luftdichtheit der Gebäudehülle ist planerisch sicherzustellen und nach Fertigstellung auch mit Messung zu belegen. Haustechnisch wird eine Lüftungsanlage mit genau definierten Mindestanforderungen und eine effiziente Heiztechnik verlangt. Näheres finden Sie unter www.guetezeichen-neh.de. Einen ausführlichen illustrierten Einführungstext in das RAL-Niedrigenergiehaus finden Sie hier. Am ältesten und in Norddeutschland früher im Rahmen von Förderprogrammen stark verbreitet ist der sog. "Detmolder Niedrigenergie-Haus-Standard", der 1989 gemeinsam von der Stadt Detmold, den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein und den Stadtwerken Hannover definiert worden war auvch im Wohnungsbauförderprogramm der WK Hamburg einbezogen war. Er enthält Obergrenzen für die U-Werte der einzelnen Teilflächen der Gebäudehülle. Daneben verlangt auch er die Vermeidung von Wärmebrücken, eine hohe Luftdichtheit, eine Lüftungsanlage und eine effiziente Haustechnik, jedoch meist ohne genaue technische Einzelvorgaben. In Hessen gab es seit etwa 1994 eine Niedrigenergie-Haus- Definition, die sich an den Empfehlungen des hessischen "Leitfadens Energiebewußte Gebäudeplanung" (LEG) orientierte. Näheres findet man bei www.impulsprogramm.de. Dort gibt es auch eine sehr umfangreiche Detailsammlung, die als CAD- oder PDF-Dateien downloadbar ist. Bundesweit war von 1998 bis 2002 ein Pseudo-NEH-Standard stark verbreitet, der mit einer erhöhten Eigenheimzulage des Bundes gefördert wurde. Er verlangte, daß der maximal zulässige Heizwärmebedarf nach WSVO 1995 um 25 % unterschritten wurde. Vorgaben für Wärmebrückenvermeidung, Luftdichtheit, Lüftungstechnik oder Haustechnik wurden nicht gemacht. Eine rechnerische oder baupraktische Überprüfung erfolgte nicht. Diese unzureichende Definition stellte nicht sicher, daß eine 25 %ige Verringerung des Heizwärmeverbrauchs gegenüber Standardneubauten tatsächlich erreicht wurde. Seit 2002 werden alle Neubauten bundesweit nach Energie-Einsparverordnung (EnEV) gebaut und oft zugleich als Niedrigenergie-Häuser bezeichnet. Die EnEV gibt zwei Kennwerte vor: den maximalen Transmissionswärmeverlust über die Gebäudehülle (H'T). Dieser ist um ca. 30 % höher als bei älteren Niedrigenergie-Standards. Und der maximale Primärenergiebedarf, der bereits von den älteren NEH-Standards erreicht oder unterschritten wurde. Qualitäten wie Wärmebrückenvemeidung, Luftdichtheit und Lüftungstechnik werden zwar in die berechneten Nachweise mit einbezogen, eine Ausführungskontrolle dieser Details erfolgt jedoch i.d.R. leider nicht. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat mit dem Programm Energieeffizient Bauen weiter gehende bundesweit gültige Standards definiert. Hier gibt die vier Niveaus KfW-Effizienzhaus 70, 55 und 40 sowie Passivhaus. Die aktuellen Einzelanfordeungen kann man hier nachlesen Vereinfacht
entspricht der Der Effizienzhaus-70-Standard dem früheren Niedrigenergie-Haus,
das Effizienzhaus 55 ist ein verbessertes NEH un das Effizeinzhaus 40 ist
ein etwas abgespecktes Passivhaus, was seine Gebäudehülle angeht.
Bzgl. der Haustechnik sind wegen der generellen Uneignung des "Primärenergie"-Kriteriums
die Effizienzhaus-Abstufungen allesamt wenig hilfreich. Wir halten heute
das vor allem das Passivhaus für das sinnvolle Maß energetischer
Qualität (siehe sep. Kapitel hierzu)
Wer verhilft einem zu einem guten Niedrigenergie-Haus ? Das Team vom Niedrig-Energie-Institut. Was wir alles für Sie tun können, ist auf der Seite "Leistungen für Neubauten" beschrieben.
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