Umbau eines Altbaues zum
 Passivhaus in Haltern

  Standort: Zur Hohen Mark, Haltern
  Baujahr: 2003

  Energetische Begleitung der Planung und
  Bauausführung durch das NEI


...wie es dazu kam:

Ein Ehepaar aus Haltern hat sich entschlossen seinen Altbau aus den 70er Jahren zu sanieren.
Nach anfänglichen Überlegungen einen Niedrig-Energie- Standard zu erreichen, haben sie sich schließlich für einen Umbau zum Passivhaus entschlossen. 
Dieser Schritt war nicht sehr groß, da eine hohe Bauqualität, eine Lüftungsanlage und hohe Dämmstoffstärken bereits vorgesehen waren. 
Lediglich Passivhaus taugliche Fenster kamen neu zu den Überlegungen.
 


Gebäude (nach Sanierung)

Das Gebäude besteht aus Kellergeschoß, Erd- und Obergeschoß. Alle Gebäudeteile liegen im beheizten Volumen. Die Kellerwände bestehen aus Kalksandsteinwänden mit aussenseitiger Perimeter- dämmung und inneliegender Sohlplattendämmung. Das Erdgeschoß besteht aus Ziegelmauerkwerk und das Obergeschoß wurde aus hochdämmenden Porenbetonsteinen neu aufgemauert. Beide Geschosse erhalten eine einheitliche Fassade aus WDVS. Die Dachkonstruktion besteht aus TJI-Trägern.
Energiebezugsfläche: 250 m² (incl. anteiligem KG)
Umbautes Volumen: 2380 m³ 


Kennwerte (nach Sanierung)

Das Einfamilienhaus erreicht laut Berechnung einen 
Heizwärmebedarf von 15,0 kWh/m²a.
Eine Blower door Messungen wurde noch nicht 
durchgeführt.


Allgemeines / Besonderheiten

Vom vorhandenen Gebäude wurde das gesamte Dachgeschoß, incl. Giebelwände und Balkon abgerissen. Ebenso wurde die Klinkerfassade abgebrochen, so daß nur noch der Keller und das Erdgeschoß im Rohbauzustand erhalten blieb.
Um dieses "Resthaus" herum wurde nun das neue Gebäude gebaut. Der neue Entwurf sieht ein unbeheiztes aussenliegendes Treppenhaus vor, so daß alle 3 Geschosse einzeln zu erschließen sind und das Gebäude später in zwei getrennt Wohnungen aufgeteilt werden kann. Außerdem wurde die Firstrichtung von Nord-Süd auf Ost-West geändert und das EG um einen Anbau ergänzt.
 


Bauteilbeschreibungen

Keller:
Im Zuge der Sanierung wurde der Keller komplett abgegraben und von außen mit 24cm Perimeter- dämmung in WLG 035 gedämmt. 
U-Wert 0,112 W/m²K
Da die Kellerhöhe extrem begrenzt ist, mußte hier auf jeden Zentimeter Aufbauhöhe geachtet werden. So ist eine 15cm starke Unterestrichdämmung in WLG 025 zum Einsatz gekommen. U-Wert 0,160 W/m²K

Erdgeschoß:
Das 24 cm starke Ziegelmauerwerk bekommt ein Wärmedämmverbundsystem aus Mineralwolle in 30cm Stärke mit WLG 040. U-Wert 0,120 W/m²K

Obergeschoß:
Das WDVS wie im EG beschrieben, wird über die ges. Fassade gezogen.Das hochdämmende Porenbetonmauerwerk mit lambda 0,100 hat aus statischen Gründen ein Stärke von 24cm. 
U-Wert 0,099 W/m²K

Dach:
Das Dach besteht aus einer TJI-Konstruktion mit sehr flacher Dachneigung. Die darunterliegenden Räume grenzen direkt an die Dachschräge. Die TJI´s sind 40,6cm hoch und werden mit Mineralwolle, WLG 035 verfüllt, innenseitig wird eine 5cm starke Holzfaserplatte moniert, mit darunterliegender Gipskartonkonstruktion.
U-Wert 0,079 W/m²K

Fenster:
Großformatige weiße Kunststofffenster der Firma eurotec, mit wenigen Unterteilungen.
mittlerer U-Wert 0,835 W/m²K
 


Wärmebrückenvermeidung

Da im Kellergeschoß unvermeidbare Wärmebrücken auch nach dem Umbau bestehen bleiben, mußte eine Wärmebrückenberechnung vom gesamten Haus gemacht werden.
Trotz Dämmmaßnahmen verblieben im KG positive Wärmebrücken die aber durch negative Wärmebrücken im EG und DG kompensiert wurden. Der Wärmebrückenzuschlag für das gesamte Gebäude beträgt -0,002 W/mK auf eine Wärmebrückenlänge von 330m bezogen. Dies ergibt eine Reduzierung von 
-47 kWh/a in der Energiebilanz.


Wärmebrückensituation im Keller: Aufstehende KG-Außenwand auf innenseitg gedämmter Sohle mit Streifenfundament.


Temperaturverlauf der berechneten Wärmebrücke, berechneter psi-Wert = 0,033 W/mK
 


Luftdichtheit

Die Luft dichtende Schicht bildet im Keller die Beton-Sohle und der Innenputz der KS-Keller- außenwände. 
Im Erdgeschoß bildet der teilweise neu aufgetragene bzw. ausgebesserte Innenputz auf dem alten Ziegelmauerwerk die Luft dichtende Schicht. Da die Eletroverkabelung in Ziegelwänden üblicherweise zu erhöhten Problemen führt, wurde sämtliche Verkabelung neu verlegt. Dies geschah jedoch hauptsächlich unter dem Wunsch nach einem neuen System, welches der Luftdichtheit zu Gute kam. 
Das neu aufgemauerte Dachgeschoß aus Porenbetonsteinen erhielt ebenfalls als LD-Schicht einen Innenputz. In Porenbetonmauerwerk ist der Einbau von Elektroinstallationen eher unproblematsisch, da der Stein keine Hohlräume besitzt, die durch Bohrungen, Schlitze angeschnitten werden könnten.
Sämmtlicher Innenputz sollte von OK Betonfußboden bis UK Betondecke geführt werden. Die Laibung des Türlochs zum Anbau wurde mit Schweißbahn luftdicht mit dem Innenputz im EG-Altbau und EG-Anbau verbunden.

Im Dach wurde eine Folie als Luft dichtende Ebene eingebaut. Diese wurde an ihren Stößen verklebt. Die Folienränder sollen mit Streckmetall an den Außenwänden angeschlossen werden und dann mit dem Innenputz eingeputzt werden. Die Folie wurde mit einer weiteren LAttenebene und OSB-Platte geschützt, diese Ebene nimmt sämtlich Kabel und Installationen auf.
 

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Altbau Abriss Rohbauphase 1 Rohbauphase 2
Rohbauphase 3
Ansicht Nord-Ost
       leider kein Bild vorhanden
Ansicht des Altbaus von der Nord-Ostseite Verlauf der Firstes in Nord-Süd-Richtung leider keine Fotographie 
vorliegend 

 

Beginn der Aufmauerung für das
neue Obergeschoß. Sohle des
neuen Anbaus bereits gegossen (auf dem Foto nicht sichtbar)
Rohbau mit neuem Anbau an der Ost-Fassade fertiggestellt.

 

Dachstuhl vom Haupthaus und
Anbau fertig gerichtet

 

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Ansicht Süd-Ost

 

leider kein Bild vorhanden

Ansicht des Altbaus von der Süd-Ostseite.  Abriss des ges. Dachgeschoß incl. Drempel und Verklinkerung Aufmauerung des OB mit hoch- dämmenden Porenbetonsteinen Rohbau fertig leider keine Fotographie 
vorliegend 
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Ansicht Süd
Ansicht des Altbaus von der Südseite. Der zum Süden orientierte Giebel hatte einen tiefen Dachüberstand und einen Balkon. Abriss des ges. Dachgeschoß incl. Giebelwände und auskragedem Balkon. Aufmauerung des OG mit hoch- dämmenden Porenbetonsteine Rohbau fertiggestellt, das alte Ziegelmauerwerk im EG wurde aussenseitig verputzt, um einen geeigneten Klebegrund für das WDVS zu schaffen Dachstuhl des Haupthauses gerichtet, durch flache Dachneigung nicht sichtbar. (Der Anbau liegt versteckt hinter den Sträuchern)